Gut ausgebildet: Carsten Buer, Trainer für Fahrzeugbegleiter beim RKH, überreicht Vanessa ihr Zertifikat. Künftig soll sie, wie auch die anderen Schulbusbegleiter, an Haltestellen und in den Fahrzeugen eingesetzt werden. Foto: KlementVon Marie Klement
battenberg. Mittags, kurz nach 13 Uhr, Schulschluss: Im Bus kommt es zu einem Wortgefecht. Es geht hin und her, bis den Worten schließlich Taten folgen und ein Gerangel entsteht. „Genau solche Situationen wollen wir vermeiden“, sagt Helmut Frenzl, Schulleiter der Gesamtschule Battenberg. Dort fiel gestern der Startschuss für das Projekt Schulbusbegleiter, das vom Landkreis und dem Regionalverkehr Kurhessen (RKH) finanziert und von der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) organisiert wird. 37 Schüler der Schule hatten sich dafür im Frühjahr zu Schulbusbegleitern ausbilden lassen. Gestern erhielten sie nun ein Zertifikat und ihre Ausweise, sodass sie jetzt ihre neue Aufgabe anpacken können.
„Das Ziel dabei ist, Streit in Bussen und an Haltestellen zu vermeiden und Vandalismus zu verhindern“, erklärt Schulleiter Frenzl die Intention des Projektes. Dabei solle präventiv und kontinuierlich gearbeitet werden, also so, dass Konfliktsituationen gar nicht erst entstehen. Denn genau zu solchen Situationen sei es in der Vergangenheit immer wieder gekommen, sodass sogar Fahrkarten entzogen und Anzeige bei der Polizei erstattet wurden, meint Frenzl.
Das soll sich nun ändern. Mehrere Wochen haben die Neunt- und Zehntklässler dafür trainiert. In Rollenspielen haben sie mit Carsten Buer und Konrad Schmidt vom RKH gearbeitet und geübt, wie sie mit kniffeligen Situationen umgehen können. Außerdem haben sie gelernt, wie sie Mimik, Gestik und Körpersprache deuten, um Konflikte zu vermeiden.
Dafür werden sie nicht nur in den Bussen eingesetzt, sondern auch an den Haltestellen. Denn während an der Schulhaltestelle die als Haltestellenaufsicht eingeteilten Lehrer für Ruhe sorgen, kommt es an den Haltestellen in den Wohngebieten immer wieder zu Problemen. „Genau dort können die Jugendlichen künftig helfen, für mehr Sicherheit zu sorgen“, sagt Frenzl. Ob sie das schaffen, wird sich nach all den nachgestellten Trainingssituationen in den kommenden Wochen nun auch im Alltag zeigen. Die Schüler sind jedoch optimistisch, dass sie ihre Aufgabe gut bewältigen werden. Immerhin hat sich bereits an anderen Schulen gezeigt, dass das Projekt durchaus Erfolg hat.
Und sollten dennoch einmal Probleme auftauchen, müssen die Schüler keine Angst haben, mit ihnen alleine da zu stehen: Ihnen stehen auch nach der Trainingsphase weiterhin Ansprechpartner zur Verfügung, an die sie sich wenden können. „Denn eines wollen wir nicht“, sagt Frenzl, „dass diejenigen, die helfen wollen, Probleme bekommen.“
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