von Mark Adel
Bildung wandelt sich. Angeheizt durch "PISA-Studien" wird nach Wegen gesucht, damit Schüler mehr lernen. Unstrittig ist, dass Computer dabei eine große Rolle spielen. An der Gesamtschule sollen Schüler zukünftig verstärkt selbstständig lernen und dafür kostenlose Internetanwendungen nutzen. Bei einer Fachtagung in Bonn zu diesem Thema haben Schulleiter Helmut Frenzl und Lehrer Steffen Seibert einen Wettbewerb gewonnen und besuchen eine PISA-Siegerschule im finnischen Helsinki.
Frenzl und Seibert haben ein Seminar der „D21-Exzellenzoffensive“ in Bonn besucht. Das Motto der Tagung hieß „Die besten Lehrkräfte für Deutschlands Zukunft“. In der Arbeitsgruppe „E-Portfolio“ zeigten sie Chancen und Möglichkeiten der Nutzung des Internets in Schulen.
Selbständiges arbeiten
Selbst der Anbieter „YouTube“,auf dessen Internetseite Nutzer Videos laden können, wird zum lehrreichen Helfer: Dort werden beispielsweise mathematische Fragen wie das Gleichsetzungsverfahren geklärt. Schüler arbeiten selbstständig und sollen mit „Web 2.0“ medienkompetent werden. Bei Fragen stehen die Lehrer zur Verfügung, denen damit mehr Zeit zur individuellen Betreuung bleiben soll. Die Jugendlichen sollen angeleitet werden, „Ergebnisse zu erarbeiten, gegenseitig zu überprüfen und zu korrigieren“, sagt Seibert. Der Lehrer rücke in den Hintergrund, ergänzt Helmut Frenzl: „Er ist nur noch bei Schwierigkeiten gefragt.“ Weiterer Vorteil: Schüler haben nicht nur im Unterricht auf die Informationen Zugriff, sondern zum Beispiel auch in der Mittagspause im „Lernzentrum“ der Gesamtschule oder auch von zu Hause aus.
„E-Portfolio“
Ziel ist auch, dass möglichst viele Schüler über ein eigenes „E-Portfolio“ verfügen, dass zum Beispiel für Online-Bewerbungen genutzt werden kann. „Da soll die Reise hingehen“, sagt Frenzl und stellt zugleich klar, dass der Weg weit ist und nur schrittweise begangen werden kann. „Wir sammeln Erfahrungen und wollen dabei auch die Kollegen mitnehmen.“ Immerhin: Der Schulleiter ist Vorreiter und hat bereits mit einer Realschulklasse im Mathematikunterricht ein elektronisches Portfolio, das über das Internet abgerufen werden kann, erarbeitet. Ein weiterer Schritt soll sein, dass Schüler – ähnlich wie bei „YouTube“ – mathematische Sachverhalte erklären, sich dabei flmen und diese Bilder auf die Seite im Internet laden. Die Aufsicht behält stets der Lehrer, damit alles seine Richtigkeit hat.
Steffen Seibert hält das „E-Portfolio“ für einen Schritt in eine veränderte Schule. Bei der „D21“-Fachtagung in Bonn haben die beiden Battenberger Lehrer im Team mit Kollegen aus verschiedenen Schulformen gearbeitet. Die Gruppe bestand aus Vertretern einer Hauptschule, eines Gymnasiums, einer Gesamtschule und einer Berufsschule. Alle Schulen waren mit einem „Tandem“ aus Schulleiter und jungem Kollegen vertreten. Die Mannschaft hat den mit der Tagung verbundenen Wettbewerb gewonnen. Der Lohn: Ende Februar unternehmen die Lehrer eine dreitägige Bildungsreise nach Helsinki in Finnland. Dort besuchen sie eine Schule, die bei der „PISA“-Studie besonders gut abgeschnitten hat.
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