Gut bemützt: Charlotte Heuser macht auf das Problem der Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern aufmerksam. Von Karl-Hermann Völker
Battenberg. Vier Millionen Neugeborene sterben jedes Jahr in den Entwicklungsländern, meist an Infektionen oder Lungenentzündung. „Viele könnten überleben, wenn sie vor Auskühlung geschützt würden“, sagte die Battenberger Lehrerin Charlotte Heuser. Die meiste Wärme gehe bei Säuglingen über den Kopf verloren. Mit ihrem Wahlpflichtkurs Textil der Gesamtschule will sie sich deshalb an dem Projekt „Eine Mütze voll Leben“ beteiligen, zu dem die Hilfsorganisation „Save the Children“ aufgerufen hat.
Aufmerksam geworden war die Pädagogin durch einen Artikel der Zeitschrift Brigitte auf die Hilfsaktion, die die dabei entstehenden Babymützchen mit Briefen an Bundeskanzlerin Merkel und die Bundesregierung senden will, um dort für größeres Engagement gegen die Kindersterblichkeit in den armen Ländern der Erde zu appellieren. Die Schülergruppe war spontan von der Idee begeistert, nicht einfach nur mit Nadel und Wolle umgehen zu lernen, sondern auch noch ein sinnvolles Produkt herzustellen, mit dem Kinder „gut bemützt ins Leben gehen.
„Viele von uns haben zum ersten Mal gehäkelt, sogar die Jungen“, berichtet Jennifer Wack, Schülerin der Klasse R 9b. Mit zunehmender Praxis habe die textile Arbeit zunehmend mehr Spaß gemacht. Und nicht nur das: Die Schülergruppe bekam tatkräftige Unterstützung durch Mütter und Großmütter, die sich erstmals im Dezember in der Caféteria der Battenberger Gesamtschule trafen und bereits eine ganze Serie von Mützchen in allen Farben strickten und häkelten.
Nach diesem gelungenen Probelauf lädt die Gruppe am Mittwoch, 14. Januar, von 15 bis 18 Uhr erneut in die Cafeteria der Gesamtschule Battenberg ein. „Willkommen sind auch Personen, die sonst mit der Schule gar keine Berührung haben“, sagt Gerda Marburger. Man könne Kindermützchen aber auch zu Hause herstellen und in der Schule noch bis Ende Januar abgegeben.
Fleißig mit 75 Jahren
Zu den besonders eifrigen Handarbeiterinnen in der Gruppe gehört die 75-jährige Elfriede Marburger, Großmutter einer Schülerin. „Sie hat die meisten und die raffiniertesten Mützchen gestrickt“, müssen die Frauen neidlos anerkennen.
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