Battenberg. An der Gesamtschule fand dieser Tage ein neues Projekt zur frühzeitigen Berufswahlorientierung für Siebtklässler statt.
Betriebspraktika sind seit vielen Jahren gängige Praxis in der Jahrgängen 8 und 9. Dabei gewannen die Lehrer die Erfahrung, dass die Schüler häufig schon mit der Auswahl eines für sie geeigneten und interessanten Praktikumsbetriebs überfordert sind.
Die Schule hat deshalb ihr Konzept zur Vorbereitung der Berufswahl für ihre Schüler weiterentwickelt. Zu Beginn des Schuljahres wurde bereits ein so genannter „Berufswahlpass“ eingeführt. Beim jetzigen Projekt ging es um ein „Kompetenz-feststellungsverfahren“ in Klassen des Jahrgangs 7. Zusammen mit den Lehrern war der „Verein für Sozialpolitik, Bildung und Berufsförderung e.V.“ (VSB) des Bildungswerks der Nordhessischen Wirtschaft vor Ort tätig. Mitarbeiter des VSB und die Lehrer beobachteten die Siebtklässler bei erlebnispädagogischen Übungen, Selbsteinschätzungen und bei der Erledigung von praktischen Aufgaben im Team. Am Dienstag gab es einen weiteren Schwerpunkt des Projekts. Nach intensiver Vorbereitung ging es an die Ausführung und Nachbereitung eines Firmeninterviews durch die Siebtklässler, um sie frühzeitig zu einer Zusammenarbeit mit den heimischen Betrieben zu bringen. Für die Interviews standen der Ausbildungsleiter des Eisenwerks Hasenclever, Klaus-Dieter Reitz, der Auszubildende Jens Wenzel und die Erzieherin Sabrina Mandel von der Kindertagesstätte in Allendorf zur Verfügung. Die Gäste fanden es gut, dass sie früh mit den Schülern in Kontakt treten konnten, um die Anforderungen an ihre potentiellen künftigen Auszubildenden klar formulieren zu können.
Die Siebtklässler stellten viele Fragen zu einer ganzen Reihe von Problemfeldern: Dabei ging es in unterschiedlichen Fragen um die Größe des Betriebs, die Art der vorhandenen Arbeitsplätze, Tagesabläufe, Arbeitsmittel, das Betriebsklima, den Umsatz, Voraussetzungen und Anforderungen für die einzelnen Berufe im Eisenwerk oder im Kindergarten - und natürlich detailliert zur Ausbildung selbst. Das Projekt war eingebettet in die hessenweite Strategie „OloV“. Die Bedeutung der Abkürzung: Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen. Die Partner des hessischen Ausbildungspaktes haben sich zum Ziel gesetzt, den Übergang von der Schule in den Beruf insgesamt so zu gestalten, dass junge Menschen möglichst zügig und passgenau in eine berufliche Ausbildung vermittelt werden können. Diesem Ziel soll „OloV“ dienen. Formuliert von den Beteiligten wurden Qualitätsstandards hierzu. Damit hatten sich erstmals Partner eines Ausbildungspakts in einem Bundesland auf die Erarbeitung gemeinsamer Qualitätsstandards verständigt.Für jeden der Battenberger Schüler muss noch ein „Kompetenzprofil“ erstellt werden, das Bestandteil des Berufswahlpasses wird und von der Arbeitsagentur zu Beratungen genutzt werden kann. Auch die Eltern sollen mit Informationen eingebunden werden. (ed) (ied).
Foto auch Lehrer der Gesamtschule sowie Ralf-Jürgen Zinn vom Verein für Sozialpolitik, Bildung und Berufsförderung. (Bild 210)
(Fotos:Erwin Strieder

















