2018-2019

Zum Staunen und Mitmachen (HNA, 30.03.2019)

Jahrmarkt hna„Jahrmarkt der Naturwissenschaften“ an der Gesamtschule
Battenberg – Nützliches und Faszinierendes aus der Welt der Mathematik, der Physik, der Chemie und der Biologie präsentierten Lehrer und Schüler beim „Jahrmarkt der Naturwissenschaften“ im Rahmen des Kulturhalbjahres der Gesamtschule für die Mitschüler aller Klassen und deren Eltern. Experimente zu den Sinnesorganen „Ohr“ und „Auge“ waren für die Besucher ebenso interessant wie Informationen über die Vernetzung von Lebensräumen für die Wildkatze, die der frühere Biologielehrer und bekannte Naturschützer Heinz-Günther Schneider bei Exkursionen gab. Die Klassen hatten dazu eine Dokumentation erstellt und zeigten eine präparierte Wildkatze. Stabheuschrecken zum Anfassen fanden das Interesse von Besuchern aller Altersstufen. Im Wahlpflichtkurs „Chemie“ wurden für den Abend zahlreiche Kristalle gezüchtet. Dazu wurde das Schullogo der Gesamtschule nachgebaut und mit Kristallen überzogen. Eine andere Chemie-Gruppe widmete sich den Verfahren der Papierchromatographie zur Untersuchung der Zusammensetzung von Farbstoffen. Beim Mitmachangebot mit besonderen Würfeln trainierten auch junge Gäste der Grundschulen ihr räumliches Vorstellungsvermögen. Erstaunliches aus der Welt der Mathematik weckte oder verstärkte ihr Interesse an diesem Fach. Dagegen war die Lösung von besonderen Verhältnisgleichungen nur jungen Mathematikern möglich, die schon einige Jahre bis zu den Klassenstufen 9 und 10 gut gelernt hatten. Mit dem Bau von „Leonardo- Brücken“ widmeten sich Schüler praktischen Anwendungen zu physikalischen Gesetzen. Namensgeber dieser Bogenkonstruktionen ist der italienische Künstler und Erfinder Leonardo da Vinci. Bei diesen Brücken stützen sich die Bauteile durch geschickte Verschränkung gegenseitig, so dass Dübel, Schrauben, Nägel oder Seile nicht nötig sind. Bei Textlesungen und Vorführungen frei nach dem berühmten Naturwissenschaftler Michael Faraday ging es um die chemischen und physikalischen Vorgänge in einer brennenden Kerze. In die unendlichen Sphären des Weltraums entführte der Astrophysiker Tilo Hohenschläger aus Bad Sooden- Allendorf mit audio-visuellen Vorführungen seines Schulplanetariums vor großem Publikum in der Sporthalle.

Toten Winkel sichtbar machen (HNA, 14.03.2019)

Busbegleiter 2Battenberger Schüler kleben Hinweisschilder auf Busse
VON KAREN VON RÜDEN Battenberg – 382. So viele Radfahrer wurden im Jahr 2017 laut Statistischem Bundesamt getötet, im Jahr 2018 Schätzungen zufolge sogar noch mehr. 38 von ihnen wurden durch abbiegende Lkw getötet, berichtet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club.
Wie viele von ihnen überrollt wurden, weil sie sich im toten Winkel befanden, wird nicht erfasst, ebenso wenig wie viele durch Busse getötet wurden. Dennoch ist man sich einig, dass der tote Winkel für Radfahrer eins der größten Risiken birgt. Das weiß auch Sebastian Gottschalch, der seit zehn Jahren den Wahlpflichtunterricht Verkehrserziehung an der Gesamtschule Battenberg leitet. Während dieses Unterrichts beschäftigt er sich mit Schülern mit dem Thema Sicherheit im Verkehr. „Wir versuchen, jedes Jahr ein neues Projekt zu gestalten. In diesem Zusammenhang haben wir beispielsweise schon diese Warnschilder erstellt“, erzählt Gottschalch und zeigt auf Schilder, die neben der Bushaltestelle an der Gesamtschule stehen. Sie erinnern die Schüler daran, ausreichend Abstand zu den Bussen zu halten.
Dieses Jahr haben die am Kurs Verkehrssicherheit teilnehmenden Schüler aus der 5. Klasse, zusammen mit dem ALV-Verkehrsbund Oberhessen, dafür gesorgt, dass auf alle Busse des ALV Hinweisschilder geklebt werden. Diese werden auf der Rückseite des Busses angebracht und warnen Radfahrer vor dem toten Winkel. Nun überreichten die Schüler, zusammen mit Sebastian Gottschalch, dem Fahrdienstleiter des ALV, Stefan Schiers, offiziell den ersten der Aufkleber.
„Meist denkt man beim toten Winkel nur an LKW und vergisst, dass er auch bei Bussen vorhanden ist“, erläutert Gottschalch. Die Schilder sollen dazu beitragen, das Bewusstsein für den toten Winkel zu schärfen und den Straßenverkehr für Radfahrer sicherer zu gestalten. Die Idee finden auch die Schülerinnen und Schüler gut: „Der Aufkleber macht den toten Winkel deutlicher“, erzählen die Schüler, „das ist dann noch mal eine Erinnerung.“
Foto: Karen von Rüden

Lateinschüler im Alten Rom (hna, 09.03.2019)

Lateinabend 2019 hnaGesamtschule Battenberg präsentierte buntes Programm
VON ERWIN STRIEDER Battenberg – Mit einem Lateinischen Abend in der voll besetzten Aula hat die Gesamtschule Battenberg die Veranstaltungsreihe ihres „Kulturhalbjahres“ fortgesetzt. Über 50 Lateinschüler der Jahrgänge 6 bis 10 gestalteten ein buntes Programm mit szenischen Darbietungen, Videos und Präsentationen zur römischen und griechischen Geschichte, zu Mythen und Sagen. Mit dem Kanon „Gaudeamus hodie“ (Wir freuen uns heute) eröffneten die Schüler den Abend. Friederike Otto und Lukas Kluge gaben vor jedem Programmteil Erläuterungen. Flavia und Quintus, die Figuren des Latein-Lehrbuchs, wurden von Sechstklässlern gespielt. Dabei griffen Piraten ein Schiff auf dem Mittelmeer an. Das lateinische „Wer wird Millionär?“ (Quis millionarius fit?) präsentierten die Siebtklässler. 15 zum Teil nicht einfache Fragen aus dem Alten Rom waren dabei von den Kandidaten zu beantworten, einige Male mussten die Joker eingesetzt werden. Beispiele: Mit wieviel Stichen wurde Julius Cäsar ermordet? Wie hoch ist das Kolosseum? Als Schattentheater zeigten Achtklässler eine „Götterhochzeit“ aus der griechischen Mythologie. Die Göttin der Zwietracht sorgte für Streit zwischen drei anderen Göttinnen, wer die Schönste sei. Eine weise Entscheidung traf Paris mit seinem Urteil, das den Streit beendete. Passend zum Kulturhalbjahr der Naturwissenschaften an der Gesamtschule präsentierten die Lateiner des Jahrgangs 9 die Figur des Archimedes, der auf Sizilien lebte und durch dessen berühmte Kriegsmaschinen das belagerte Syrakus sich drei Jahre gegen den Angriff der Römer zur Wehr setzen konnte. Bei der Entwicklung seiner Wurfmaschinen kam Archimedes seine große Begabung als praktischer Physiker zugute. Archimedes war universeller Naturgelehrter und bedeutendster Mathematiker der Antike, so dass die Neuntklässler weitere naturwissenschaftliche Experimente zeigten, etwa zum „archimedischen Prinzip“, nach dem der statische Auftrieb eines Körpers in einem Medium genauso groß ist wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums. Mit ausgewählten Beispielen aus den 15 Bänden über Metamorphosen (Verwandlungsgeschichten) des antiken Dichters Ovid hatten sich die Zehntklässler ein sehr anspruchsvolles Thema gewählt. Dazu zeigten sie Fotogeschichten und Videos, die sie selbst anmoderierten. Bei den meisten Beiträgen wurde Deutsch gesprochen. Lebhafter Applaus am Schluss und am Ende der gelungenen Beiträge waren der verdiente Lohn für die kreativen jungen Leute und die betreuenden Lehrerinnen Gabriele Naumann und Vera Temme.

Beim Trick macht es klick (hna, 28.02.2019)

Beutelspacher 022019Früherer Mathe-Professor Beutelspacher verblüffte Publikum
VON ERWIN STRIEDER Battenberg – Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher will Mathematik einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. An der Gesamtschule Battenberg begeisterte er Schüler und Eltern mit verblüffenden mathematischen Experimenten. Wissenschaftler verwenden die Mathematik, um die Welt zu erklären. Sie greifen dabei auf Zahlen, Flächen und Formeln zurück. Aber die Mathematik erscheint vielen Menschen als Mysterium, das weder Faszination ausübt noch einen Spaßfaktor zu bieten hat. Ein Umstand, den Beutelspacher ändern will. An der Justus-Liebig-Universität in Gießen forschte der mittlerweile emeritierte Hochschullehre viele Jahre am Mathematischen Institut. 2002 eröffnete er in Gießen mit dem Mathematikum ein Mathematik-Museum. In der Aula der Gesamtschule hielt er seinen Vortrag anlässlich der Reihe „Kulturhalbjahr 2019“. „Aha-Momente“ will er durch seine Experimente auslösen: „Diese Momente, wenn man merkt, wie alles zusammenhängt.“ Beutelspacher will eine Multiplikationsaufgabe lösen: 996 x 885. Der 68-jährige sagt: „Sie werden jetzt bestimmt sagen: ‘Puh, das ist aber eine blöde Aufgabe, die ich niemals rechnen wollte.’“ Die Zuschauer lachen, nicken, stimmen ihm zu. Der Mathe-Professor bietet naheliegende Lösungswege an: „Sie können jetzt natürlich einen Taschenrechner benutzen.“ Aber er kennt noch einen anderen Weg, der überraschend schnell zum Ergebnis führt: Von der ersten Zahl, der 996, berechnet er die Differenz zur 1000. Ergibt 4. Von der zweiten Zahl - 885 - zieht er diese 4 ab. Ergibt 881. Beutelspacher notiert diese Zahl unter der Aufgabe. Dann berechnet er die Differenz von der 885 bis zur 1000 - 115 -, multipliziert diese mit der eingangs berechneten 4 und erhält 460. Auch diese Zahl schreibt er auf, aber direkt rechts neben die 881 – und präsentiert das Ergebnis: 881460. Bei diesem Trick macht es offenbar bei vielen Klick und sie applaudieren. Um genau diese Momente geht es dem Professor. Für ein anderes Experiment benötigt Beutelspacher eine Schere, zwei schmale Papierstreifen und Klebstoff. Er bestreicht das Ende eines Streifens mit Klebstoff, klebt den Streifen zu einem Ring zusammen, indem er den Ring an der Klebestelle einmal um 180 Grad verdreht. Das Besondere an diesem Band: Man kann nicht zwischen unten und oben, zwischen innen und außen unterscheiden. Es ist eine Fläche, die lediglich eine Kante und eine Seite hat. Beutelspacher bastelt ein zweites Band, das andersherum verdreht ist, also spiegelbildlich. Er klebt beide Bänder so zusammen, dass sie an der Klebestelle senkrecht zueinanderstehen, schneidet sie jeweils mit der Schere der Länge nach durch – und hält plötzlich zwei ineinander verschlungene Herzen in der Hand. Das Publikum ist aus dem Häuschen. Beutelspacher: „Das bauen Sie bestimmt zu Hause nach.“

Teilnehmer dicht beieinander (hna, 13.02.2019)

LesewettbewerbCarlotta Leonhardt siegt im Südkreis beim Lesewettbewerb VON SUSANNA BATTEFELD Frankenberg – Am Ende fiel es Dr. Hartmut Wecker sichtlich schwer, das Ergebnis beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbes bekannt zu geben, den Carlotta Leonhardt vom Gustav-Stresemann- Gymnasium in Bad Wildungen für sich entscheiden konnte. Ähnlich wie bei manchen Sportwettkämpfen sei es quasi um „tausendstel Sekunden“ gegangen, betonte der Pressesprecher des Landkreises und ergänzte: „Die Teilnehmer lagen alle dicht beieinander“. Leider könne aber – wie im Nordkreis – auch aus dem Südkreis des Wettbewerbs nur einer weiter zum Bezirksentscheid geschickt werden. In Frankenberg hatte die sechsköpfige Jury die Bad Wildunger Schülerin zur Gesamtsiegerin erkoren. Platz zwei belegt Anastasia Gossen von der Burgwaldschule in Frankenberg und Rang drei ging mit Lilli Marie Engelmann an eine Schülerin der Frankenberger Edertalschule. Eine Urkunde bekamen aber alle neun Teilnehmer. Die neun Teilnehmer von unterschiedlichen Schulen hatten zunächst eine Passage aus selbst gewählten Büchern vorgelesen und mussten in einem zweiten Durchgang einen vorgegebenen Fremdtext vorlesen. „Manchen hat man die Nervosität angemerkt“, sagte Dr. Hartmut Wecker gegenüber der HNA. Andere seien aber auch „ganz souverän“ aufgetreten. Den entsprechenden Kreisentscheid in Korbach hat die zwölfjährige Henrike Wölker von der Christian-Rauch- Schule in Korbach gewonnen. „Beide Gesamtsieger nehmen am Bezirksentscheid teil, der am 18. März in Korbach ausgetragen wird“, so Dr. Wecker.

Teilnehmende Schulsieger und Titel
Anastasia Gossen, Burgwaldschule Frankenberg „Das Blaubeerhaus“, Lilli Marie Engelmann, Edertalschule Frankenberg „Eine Tüte grüner Wind“, Nur-Sinem Küksel, Gesamtschule Battenberg „Rico, Oskar und das Herzgebreche“, Elias Peter, Cornelia-Funke-Schule Gemünden, „Mount Caravan“, Annabell Bock, Gesamtschule Edertal Förderschule „Hexe Lilli stellt die Schule auf denn Kopf“, Antonia Flott, Gesamtschule Edertal „Harry Potter und der Orden des Phönix“,
Jan-Philipp Hofeditz, Ederseeschule Herzhausen „Monument 14“, Max Heck, Förderstufe Ense-Schule Bad Wildungen „Jonny Bonk & Rocketboy“ und Carlotta Leonhardt, Gustav-Stresemann- Gymnasium Bad Wildungen, „Die Duftapotheke“.